Die Eiche
Haget 584
Wo gibts eine Eiche wie diese,
so wuchtig und breit, so dick und alt,
mitten auf großer Wiese,
hunderte Meter vom nächsten Wald.

Sie erlebte manchen harten Sturm
und ein Blitz schlug ihr einst Wunden
steht unverrückbar, fest wie Turm,
was kümmern selbst kräftige Schrunden.

So trutzt meine Eiche Jahr um Jahr,
es konnte kein Sturm sie besiegen,
doch Blätter sind schon längst nicht mehr da,
's fehlt Kraft, um noch Säfte zu kriegen.

So seh ich die Eiche - doch ist sie schon tot,
nur Schatten von dem, was mal war,
ein Ding, welchem baldigst der Umsturz droht
- als "Eiche" schon gar nicht mehr da.


Sterbender Baum
Haget 588
Schaut auf den alten Baum der kaum noch Laub,
er scheint uns übrig,
längst nichts mehr wert;

doch trägt er noch ein Nest,
hält Sonne fern von zarten Veilchen,
wird hoch verehrt.
Mangelhaft
Haget 570
Mir wurden Mängel gegeben:
Ich bin leider nicht vollkommen!
...und alle müssen's erleben.

Doch mir wurde nicht genommen
selbst allen Fehl zu erkennen:
Kannst du
schlimm're Strafe nennen?


Lebensweg
Haget 580
Wie einfach
- im Hell durchs Leben zu gehen;
beklemmend -
die dunklen Seiten zu sehen;
erfüllend
- alle Ziele zu finden
und furchtbar
- wär's Büßen für alle Sünden.
Wegweiser
Haget 576
Ein Fischlein uns den Weg einst wies,
als es an spitzem Stein sich stieß:

Es schwieg ganz tapfer, kein Geschrei
und schwamm in Zukunft weit vorbei.

Welch ein großer Klugheits-Sieg
über Zank und Streit und Krieg.
be
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Gedichte
Vorweg Gedicht auf PLATT.
Gesprochen werden End-Gs (Weg,
Zug, schnuckelig) im Norden stets
- auch auf Hochdeutsch! -
"ch" = Wech, Zuch...!
Unten wörtlich übersetzt!